t&b prüm [präsidium]

Das Buch

Was für eine begegnung.


freitag. herbstsonnenfest. wo geht der weg hin?


ein anwalt hat keine zeit. aber es lag so nahe, dass wir etwas machen mit diesem gebäude. für das wir eine neue geschichte beraten haben. das mitten in der stadt liegt, wie ein märchenschloss. mauern, mit denen dann auch meine geschichte verbunden ist. zeit, energie, willen, um als anwalt für die finanzierung die basis für ein neues vorzubereiten.

es ist also auch meine geschichte geworden. so machte ich mich gehetzt an einem sonnigen, herbstlichen 22. Oktober 2021 auf den weg. 


ein anwalt hat keine zeit. aber diese mauern riefen. und dieser ruf erfasst mich. bis heute, still und laut, wild. 


die erste aufnahme: 10:26:35 uhr. 


die letzte aufnahme 11:43:25 uhr. 


also: eine stunde, sechzehn minuten, fünfzig sekunden begegnung, die hier protokolliert sind.

wieviele mehr stunden, tage, wochen habe ich an der finanzierung der neuen geschichte dieses gebäudes gearbeitet? wieviele mehr stunden. hunderte. bei weitem nicht so prägend. aber: ein auftakt zu dieser begegnung. die mich so sehr in den bann nimmt. 


zeit. in etwas mehr als einer stunde mache ich mehr als 500 aufnahmen (zudem: aufnahmen mit einem iphone. keiner kamera). 

zeit. vor allem: ehrfurcht. spüren. einlassen.


die heiligkeit dieser stunde, die hier protokolliert ist: eine ganz persönliche geschichte. 


die leidenschaft an der fotografie habe ich von meinem berliner ur-großvater und seiner tochter, meiner großmutter, geerbt. hans westphal, ein architekt. liebe zur konstruktion, liebe zur fotografie. in diesen folgenden seiten vermählen sich so zwei seiten meiner person: freude am sehen, spüren und freude am erschaffen. 


vermählen sich in einem gebäude. in einem scharnier zwischen vergangenheit und zukunft, tod und geburt. in einer geschichte, die weitergetragen werden will, ganz neu gefasst. 


das ist der wahre zauber dieser einen stunde. in diesem gebäude mit den vielen unerzählbaren, vergessenen geschichten. 

homo agens, erfasst in der vollkommenen beschleunigung in der spätphase eines immobilienbooms, vollkommen, vollkommen fasziniert von dem totalen stop, der aus diesem gebäude atmet.  


was für eine spannung. ich liebe sie. das bin ich.


danke.


danke, für die kleinen geschichten, die ich ahnen kann. für die große geschichte, die kommt. danke für das innehalten in diesen mauern, den stillen stop.


freitag. herbstsonnenfest.


der weg geht nach vorne. in die sonne.

thomas & barbara prüm - munich/frankfurt